DER UNTERGANG DER PAMIR,
Sendetermin:
Mi. 22. Nov. 2006 20:15
Fr. 24. Nov. 2006 20:15
PAMIR
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Der Untergang der Pamir
Nachwort des Autors
Die Katastrophe des deutschen Segelschulschiffes Pamir
Eines der tragischsten Unglücke in der Geschichte der Segelschifffahrt ereignete sich am 21. September des Jahres 1957: Die Fracht fahrende Viermastbark Pamir, ein berühmtes Schulschiff der deutschen Handelsmarine, geriet etwa 550 Seemeilen südwestlich der Azoren auf der Fahrt von Buenos Aires nach Hamburg in das Zentrum des Hurrikans "Carrie". Nach dreistündigem verzweifelten Kampf gegen die kochende See versank sie in den tosenden Fluten des Atlantiks. Während des Sturms verrutschte in den Laderäumen die Fracht, die aus rund 4000 Tonnen Gerste bestand. Sie war auf Anordnung des Kapitäns nur lose und nicht wie üblich in Säcken gestaut worden waren. Nur sechs Besatzungsmitglieder überlebten die Katastrophe. 80 Mann, unter ihnen mehr als 50 junge Kadetten, ertranken, manche erst, nachdem sie sich noch auf das kieloben treibende Wrack hatten retten konnten, dann aber vom Sog des schnell sinkenden Schiffes mitgerissen wurden.
An das Unglück schloss sich die größte Suchaktion an, die jemals zur Rettung von Schiffbrüchigen organisiert wurde. Neun Tage lang suchten 78 Schiffe aus 15 Ländern nach Überlebenden. Flugzeuge konnten sich wegen des über die Azoren hinwegziehenden Wirbelsturms während der ersten 24 Stunden an der Aktion kaum beteiligen. Später waren täglich 20 Flugzeuge eingesetzt, die in 250 Metern Höhe den Atlantik absuchten, insgesamt etwa 600 Flugstunden lang. Eine Chance zu überleben hatten nur diejenigen Seeleute, die sich in eines der leckgeschlagenen Rettungsboote ziehen konnten. Aber auch ihre Chance war nur hauchdünn: während sie fieberhaft gesucht wurden, starben von 31 Männern, die sich anfänglich in die Boote hatten retten können, 25 qualvoll an den ungeheuren Strapazen, an Durst, Verletzungen, und Wahnsinn. Manche begingen aus Verzweiflung Selbstmord, andere sprangen noch im Angesicht ihrer nahenden Retter über Bord und versanken aus körperlicher Schwäche. Ein von Brechern völlig zerschlagenes Boot mit nur noch fünf total entkräfteten Überlebenden wurde erst nach drei Tagen von einem Schiff der Amerikanischen Marine entdeckt. Als letzter wurde noch einen Tag später ein Leichtmatrose gerettet, der sich auf einem kieloben treibenden Rettungsboot festgeklammert hatte.
Nach dem Untergang der Pamir ließ die Stiftung, die im Auftrag der deutschen Reeder die Segelschulschiffe betrieb, bald auch das Schwesterschiff Passat nicht mehr auslaufen. Die eingehende Untersuchung des Untergangs der Pamir durch das Seeamt Lübeck legte ein ganzes Bündel von Fehlern offen, zu denen falsche Beseglung, ungünstige Beladung mit loser Ware und die Befüllung der Stabilitätstanks mit Getreide statt mit Wasser gehörten. Erst diese Faktoren führten den Untergang der Pamir herbei, die den Hurrikan Carrie sonst vermutlich hätte überstehen können. Zudem hätten sich durch bessere Notfallausrüstungen in den Rettungsbooten die Überlebenschancen vieler Besatzungsmitglieder stark erhöht.
Nach dem Unglück stellte die deutsche Handelsmarine die Segelschulschiff-Ausbildung ein.
Die tragische Katastrophe markiert nicht nur das Ende der Pamir, sondern ebenso das Ende einer Jahrhunderte langen Ära der deutschen Seefahrtsgeschichte, nämlich der Epoche der frachttragenden Segelschulschiffe. Mit der Pamir ging eine ganze Welt unter, die mythische Welt der Windjammer, eine verklärte, bessere Vergangenheit. Noch heute wird „Seefahrt“ nicht mit den hochmodernen, computergesteuerten, reizlosen Containerschiffen oder Öltankern der Gegenwart gleichgesetzt, sondern mit den großen Segelschiffen der Vergangenheit und den Männern, die auf ihnen fuhren, mit Romantik und Abenteuer. All das verkörperte
die Pamir.
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Termine im Kontext :
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SO, 14.02.10, 20:00h
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