DER UNTERGANG DER PAMIR,
Sendetermin:
Mi. 22. Nov. 2006 20:15
Fr. 24. Nov. 2006 20:15
PAMIR
|
Interview
Herr Müller-Scherz, Ihr Buch erzählt die Geschichte des Untergangs des Segelschulschiffs "Pamir", der 1957 für große Bestürzung sorgte. Wie haben Sie sich dem realen Ereignis angenähert?
Nahe war ich diesem Thema immer. Ein enges Verhältnis zu Segelschiffen hatte ich schon von Natur aus, da ich selbst auf einem Segler geboren bin und die ersten sieben Jahre an Bord aufwuchs. Das Schiff war eine sehr schöne Höllandische Tjalk, die "Gute Erwartung", mit Seitenschwertern, 75 BRT, Länge über Alles 23 Meter. So klein dieses Stahlschiff im Vergleich zur stolzen Pamir auch war, gab es übrigens doch auch eine Verbindung – Die "Gute Erwartung" wurde im selben Jahr wie die berühmte Viermastbark gebaut, nämlich 1905.
Als das Schwesternschiff, die Passat, nach dem Pamir Untergang still gelegt und 1959 in Travemünde auf dem Priwall fest verankert wurde, war sie gerade mal 200 Meter von dem Liegeplatz der "Guten Erwartung" entfernt. So hatte ich ein Abbild der Pamir fast ständig vor Augen.
Erinnern Sie noch den Moment, als Sie vom Unglück erfuhren?
Ich konnte zurückgreifen auf eine starke Erinnerung, die meine Arbeit an der Pamir sehr bestimmt hat.
Als Zwölfjähriger hörte ich abends an Bord unserer Tjalk im Radio die schreckliche Nachricht vom dem Untergang. Als Junge, der mehr als die Hälfte seines Lebens auf dem Wasser zugebracht hatte, identifizierte ich mich natürlich sofort mit den jungen Kadetten, die in einer Ausbildung waren, die auch ich mir damals erträumte. In diesem Moment sah ich die Kadetten vor mir, wie sie im Ozean in haushohen Wellen einsam um ihr Leben kämpften. Da hatte ich etwas über die Unerbittlichkeit der Natur begriffen.
Die Erinnerung an diesen Abend ist mir immer geblieben.
Jahrzehnte später nahm mich Klaus Behrendt mit zu einem Gespräch mit dem Produzenten Matthias Esche. Ihm habe ich spontan die Geschichte dieser Tragödie angeboten. Matthias Esche hat das Potential dieses Stoffes sofort begriffen und sagte einfach nur trocken, "Das machen wir!" , und besiegelte die Produktion mit Handschlag. Er und auch Doris Heinze vom Federführenden NDR, sind ein hohes Risiko eingegangen und für diesen Mut – und auch die Nerven, die sie dann bei der Finanzierung und Herstellung dieses nicht gerade billigen Zweiteilers bewiesen haben – muss ich beide wirklich bewundern!
|
|
Termine im Kontext :
"Welt am Draht"
SO, 14.02.10, 20:00h
Kino International, Berlin
MO, 15.02.10, 16:15h
Urania, Berlin
|